one man’s trash is another’s treasure !
Von Sten Smola – Foto: Patrik Ngu

Als plötzlich nasskalte Regentropfen und nicht die erwarteten fetten Schneeflocken auf meine Nase prasselten, fühlte ich, dass da irgendetwas mächtig faul sein musste. Es war Mitte Januar und ich verweilte im Engadin, dem Kälteloch der Alpen schlechthin. Um diese Jahreszeit erwartet man die verschiedensten Wetterkapriolen unter der Null-Grad-Grenze, aber gewiss keinen Regen. Schlussendlich dachte ich mir, na ja, ist doch halb so wild, schliesslich gab es noch in jedem Winter den einen oder anderen Wärmeeinbruch. Doch heute sind wir alle ein Stück weiser. Mein anfänglich mulmiges Bauchgefühl hatte mich nicht betrogen. Im Gegenteil : Der besagte Regentag Mitte Januar im Engadin sollte der Start eines extrem lausigen Winters werden !
Leider sind Bilder von eisigen Kunstschneepisten neben braunen Wiesen mitten im Februar keine Seltenheit mehr. Der voranschreitende Klimawandel zeigt besonders uns Wintersportlern auf, egal ob Snowboarder oder Skifahrer, dass die globale Erwärmung besonders in den Alpen Auswirkungen hat. Schmelzende Gletscher, weniger Schnee in tieferen Lagen, vermehrt Regen statt Schnee sowie orkanartige Föhnstürme sind Anzeichen genug, um zu sehen, wie sensibel das Gebirge auf steigende Temperaturen reagiert. Unterhalb von 1500 Metern über Meer erkennt man seit den letzten Jahrzehnten deutlich, dass immer weniger Schnee vorhanden ist und dieser auch nicht mehr so lange liegen bleibt. Heute sind in den Alpen noch 90% der 666 Skigebiete schneesicher. Verschiebt sich die Höhengrenze bis 2050 wegen der durch den Klimawandel verursachten Erwärmung von 2°C um 300 Meter nach oben (pro Grad 150 Meter), werden sogar bloss noch knapp 50 % aller Wintersportgebiete schneesicher sein. Snowboarden wird in den Alpenländern, besonders in Regionen mittlerer Höhe, bei ungebremstem Verlauf der Treibhausgasemissionen in rund 20 Jahren nur noch spärlich möglich sein. Selbst wichtige Stationen wie „Les Portes du Soleil“ stehen auf der roten Liste.

Da wir und unsere Kids in Zukunft nicht in der Sahara die Sandhügel heruntercruisen wollen, stehen wir alle in der Verantwortung, die zunehmende globale Erwärmung zu stoppen und zukünftige schneearme Winter zu verhindern. Jeder Snowboarder und Skifahrer kann seinen Beitrag leisten. Klimaschädliche CO2-Emissionen kann man vermeiden oder reduzieren, indem man erstens darauf achtet, welches Material man sich am Anfang der Saison reinzieht. Bereits zahlreiche Firmen produzieren Kleidung, Bindungen und Boards aus PET, Hanf und anderen recycelten Materialien und sparen dabei viele klimaschädliche CO2-Emissionen ein. Entsorge auch deshalb deinen Abfall nie im Schnee, sondern immer in der Mülltonne. Egal ob es ein Zigarettenstummel, eine PET-Flasche oder Taschentücher sind : One man’s trash is another’s treasure ! Zweitens bietet es sich bei der Anreise ins Wintersportgebiet an, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen und klimafreundlich per Bahn oder Bus anzureisen. Ist die Verbindung des öV zu schlecht, lohnt es sich, das Auto mit Freunden zu füllen
(www.go-shred.com). Vier Reisende in einem Kleinwagen haben eine fast gleich gute CO2-Bilanz wie eine Reise mit der Bahn.

Nützliche Tipps rund ums Thema Snowboarden und Skifahren im Zeitalter der globalen Erwärmung und nähere Infos zu den kommenden Ride Greener Days 2012 in Schweizer Skigebieten unter :

ridegreener.com

DE | FR | EN



Newsletter
Ich möchte den Newsletter
7sky Magazin erhalten


Werbung


Werbung