niche_snowboardsGewinner des ISPO Eco Award 2012
Text Ismael Tlili – Foto Niche Snowboards

In Zeiten, in denen Umweltbewusstsein keine Mode, sondern Gebot ist, rackert sich die junge Marke ab, um uns ein technisches Material ohne moralische Abstriche anzubieten. Die Sprösslinge aus Salt Lake City arbeiten verbissen daran, eine komplett nachhaltige Produktlinie zu entwickeln. Wir haben den Gründer Dustin Morrell dazu befragt.

Erzähle uns allgemein etwas über dein Produktkonzept.
Bei Niche glauben wir, dass jeder Snowboard-Hersteller mehr machen kann, um unsere Umwelt zu schützen. Man sollte ein harmonisches Gleichgewicht zwischen dem Sport und unserer Umgebung finden. Im Zeitalter der Globalisierung hilft jede Bemühung, diesen Ausgleich zu schaffen.

Woher stammen deine Ideen?
Bevor ich mich in dieses Abenteuer stürzte, stellte ich zuhause personalisierte Bretter her. Ich wusste nicht, worauf ich mich da einlasse. Ich dachte, dass mich das Selbermachen der Bretter mit der Natur verbinden würde, begriff aber schnell, dass mein Haus für diese Art Experiment nicht der ideale Ort war. Meine Wohnung war voll von Harzen, Tinte und anderen krebserregenden Stoffen. Ich reagierte allergisch darauf, und beim kleinsten Hautkontakt mit dem Harz bekam ich Ausschläge. Beim Zuschneiden merkte ich, dass sich Glasfaser in der Lüftung festsetzte – und entsprechend auch in meiner Lunge. Ich tat mein Möglichstes, die Schadstoffe in Grenzen zu halten, aber mein Haus war davon überschwemmt. Und obwohl ich Spass hatte, Grafiken zu perfektionieren und die Bretter zusammenzubauen, wusste ich, dass es eine bessere Lösung geben muss. Aus dieser Suche nach einer umweltfreundlicheren Herstellung entsprang Niche. Unsere Firma ist das Ergebnis von Teamarbeit. Ohne die Anstrengung von jedem Einzelnen von uns wären wir jetzt nicht hier.

Was wurde bisher in der Snowboard-Herstellung versäumt?
Unser Ziel bestand darin, das Niveau herkömmlicher Bretter mit ökologischen Materialien zu erreichen. Nach über einem Jahr, das wir mit dem Pressen von Boards, dem Riden, Testen, Re-Riden verbracht haben, waren wir ein ganz schönes Stück weiter. Unser Equipment in Salt Lake City erlaubt es uns nicht, in Serie zu produzieren. Also sind wir zu GST in Österreich ausgewichen. Das Unternehmen hat zusätzliche Tests an unseren Brettern durchgeführt und die günstigen Eigenschaften unserer Materialien bestätigt. Jede x-beliebige Neuentdeckung in der Industrie hilft. Ich denke, dass wir auf dem richtigen Weg sind und bei unserer Haltung bleiben sollten.

Was ist euer Mehrwert für die Snowboard-Welt?
Viele Unternehmen gehen in Richtung nachhaltiger Entwicklung. Wir haben die Entwicklung auf ein neues Niveau gebracht. Jedes unserer Boards ist umweltfreundlich hergestellt worden.

Auf welche Materialien seid Ihr stolz?
Snappy Sap ist ein Bio-Harz aus industriell recycelten Produkten. Wir benutzen Hemp Hop für die Stringer anstelle von gewöhnlichem Karbon und Digiprint Topsheet, die lackfreie Beschichtung. Ausserdem verwenden wir Magmafiber anstatt der beliebten Glasfaser und FSC-Holz nach dem Prinzip von nachwachsendem Rohstoff. Jedes dieser Elemente macht ein Niche-Brett zu einem Unikat.

Wo geht die Reise hin?
Immer weiter nach oben! Unsere Produktion ist das Ergebnis eines bedeutenden Einsatzes für die Snowboard-Kultur und die Bewahrung unseres Planeten. Ein Engagement, das nicht auf die Kosten von Style geht, darauf achten wir.

nichesnowboards.com
facebook.com/nichesnowboards

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