david_goetschel_ptEin unentschiedener Stil-Mixer
Von Melinda | Foto : Raphael Zubler

Das Nachtleben ist sein Arbeitsplatz. Die Beats sein täglich Brot. Seine Projekte dienen ihm als Plattform, um seine verschiedenen Ideen auszuleben. An Kreativität und Stil mangelt es David Goetschel absolut nicht. Ein Portrait.

Alles begann in seiner Heimatstadt Winterthur. Homeparty. Teenager. Ausgelassene Stimmung. Laute Musik. Alkohol. Sehr viel Alkohol. Die einen torkeln nach draussen, um sich zu erleichtern, andere landen zu zweit im Schlafzimmer und ganz andere finden an solchen Abenden ihre Berufung. David trinkt keinen Alkohol. Folglich musste der damals 14jährige eine Beschäftigung finden, während die anderen bereits betrunken unter den Tischen lagen. Es kann von Glück oder auch Schicksal die Rede sein, dass die Schallplatten und Plattenspieler eines Kollegen herumstanden. Das Scratchen war nur der Anfang. Was als Zeitvertrieb begann, entwickelt sich schnell zu einer Faszination.

Immer öfters leiht David sich Plattenspieler und Platten aus und spielt seine ersten Sets. DJ Suit ist geboren („ Il suit le business “). Im Jahr 2000 kommt Dominique Okouo, besser bekannt als DJ Jesaya und castet eine DJ-Crew. Mit seinen technischen Skills wird David Teil der Crew Vinylcutterz und mischt die HipHop-Szene auf. Das Repertoire steht, die Shows feiern Erfolge, doch einer in der Crew will schnell weiter. DJ Suit wächst über sich hinaus, will Anderes sehen und ausprobieren. Aus DJ Suit wird DJ Suivez („ Vous suivez moi “) – nach nicht abgeschlossenem Wirtschaftsgymnasium (Rebellion auch hier) entschliesst er sich, die Matura im evangelischen Internat in Schiers, Graubünden, nachzuholen. Hier trifft er Johannes Just, der MC bei der weltweit wohl einzigartigen rätoromanischen HipHop-Band Liricas Analas ist und DJ Suivez als Band-DJ dazuholt. (mehr…)



Spektakel und Abwechslung
Von Laurent Cretenet
killzone3_pt
Angesichts des Erfolgs von Halo auf der Konkurrenz-Konsole in den frühen 2000er Jahren ist Killzone Sonys Antwort im Jahr 2004 für die PlayStation 2. Dieser erste Teil ist zwar nicht schlecht, kann aber niemanden so recht überzeugen. Zwei Teile später gehört Killzone 3 zu den besten seines Genres.

Wenn ein Softwarehaus eine neue Reihe lanciert, entscheidet der erste Teil über den Erfolg oder Misserfolg des Produkts. Beim Start für die PlayStation 2 im Jahr 2004 fiel das Spiel kaum auf. Glücklicherweise führt Killzone 3 heute die Serie weiter, indem der neueste Teil die technischen Möglichkeiten der PlayStation 3 vollständig ausschöpft und ein hochkarätiges GamingErlebnis bietet.

Obwohl das Szenario nicht uninteressant ist, reicht es, wenn man weiss, dass es Böse (Helghan) und Gute (ISA) gibt, die auf dem Planeten Helghan nach dem Sturz des lokalen Diktators in der vorherigen Episode aufeinandertreffen. (mehr…)



Artifical Animals Riding on Neverland
Von Ismael Tlili | Foto : All Rights Reserved
aaron_pt

Diese alternative Popband muss man nicht mehr vorstellen. Der Eindruck, den Aaron hinterlässt, ist wohlklingend und melancholisch, eine süsse Mischung, an der man nicht vorbeikommt. Ihr Ruhm ist bereits begründet, ich begnüge mich also an dieser Stelle mit Lob. Das zweite Album ist grossartig.

Als ich Passengers zum ersten Mal hörte, bekam ich Lust, meinen Laptop aus dem Fenster zu werfen und nach Utopia abzuhauen. Die Romantik ist ergreifend, wie von einer bitteren Leichtigkeit wird man aus dem Hier und Jetzt in einen Strom bisher unbekannter Gefühle mitgerissen. Eine Mitteilung zu machen ist etwas sehr Persönliches, ihre Musik hingegen ist universell. Empfindsame Menschen kommen um dieses Album einfach nicht herum.
Olivier Coursier, Komponist, Pianist und Gitarist, hat einem Interview zugestimmt und uns mit seinen knappen Antworten beglückt. (mehr…)



palacios_ptGewinnt den Hasselbad Junior Contest
Von Cira Riedel | Foto : Alexander Palacios

Alexander Palacios hat mit einem eindrücklichen, sehr nahen Portrait den Hasselblad Junior Contest gewonnen. Er ist ein 28jähriger gebürtiger Frankfurter, der in Basel lebt und sich von der Fotografie erhofft, ein Leben voller Reisen und interessanter Begegnungen zu führen. Er liebt Porträts, arbeitet mit Models, Stars und unbekannten Gesichtern.

Wie war der Moment, in dem du den Preis bekommen hast ? Ein Sieg, der eindeutig die Macht hat, deine Karriere und somit auch dein weiteres Leben zu beeinflussen ?
Oh, das ist schwer zu beschreiben. Wenn man diese Talentshows anschaut, meint man immer, dass die Leute ein bisschen übertreiben, aber ehrlich, wenn man selber in dieser Situation ist, ist es ein unglaubliches Gefühl. Dennoch waren mir die Auswirkungen von dem Moment nicht bewusst, ich hab mich einfach gefreut, dass ich nun endlich eine Hasselbad (die war Teil des Sachpreises) ausprobieren und andere Dinge, die mich interessieren, machen kann. Meine Technik ist eher simpel, ich versuche Emotionen einzufangen. (mehr…)



Auf den Strassen von Lhassa
Text und fotos von Kévin Métallier
lama_01_ptDie leidenschaftliche Suche nach Bildern kann manchmal dazu führen, einem gewisses Umherschweifen anheimzufallen. Man verliert den Boden unter den Füssen, weiss nicht mehr, welche Richtung, welchen Weg einschlagen. Nicht denken, nichts mehr bedenken…

Wie schon Raymond Depardon in seinem Buch Errance bemerkte : „ Das Umherschweifen ist ein Vorgehen mit unbestimmten Ziel… ein einzigartiges Abenteuer, ein grosses Glück, eine grosse Freiheit. Das Abenteuer des Umherschweifens erlaubte mir, in der Gegenwart zu leben, mich in der Gegenwart wohlzufühlen…“. Vielleicht war es dieses ziemlich relative Umherschweifen, das uns an jenem Tag nach Kalimpong führte. Wir machten kehrt, wir konnten kein Norden, Süden, Nah oder Fern mehr ausmachen. Hier ist alles anders, wir befinden uns zwar auf demselben Planeten, aber wir leben tatsächlich nicht in derselben Welt. Auf den hohen Gipfeln des nordöstlichen Indiens, eingekeilt zwischen Nepal und Bhutan, sind die 70 000 hier lebenden Seelen relativ geschützt vor dem zerstörerischen Ansturm der modernen Welt. An den Berg geschmiegt, fast über den Wolken, grüssen die buddhistischen Tempel friedlich die Leere. Der Nachbar von gegenüber ist niemand anderes als Kanchenjunga, (der mit 8 586 m dritthöchste Berg der Erde), einer der wichtigsten Bewohner des Himalaya. (mehr…)

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